Samstag, 31. Mai 2008

Neuer OB

Oberbürgermeister Joachim Erwin ist verstorben, seiner Familie gehört mein Mitgefühl, seiner Arbeitsleistung mein Respekt. Nihil de mortuis nisi bene, das wird in der Öffentlichkeit derzeit fast schon übertrieben, Äußerungen wie die von HWK-Präsident Schulhoff: " Behaglichkeit war in seinem Arbeitszimmer ein Fremdwort" oder gar das Nachwort von NRZ-Redakteur Frank Preuß in
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duesseldorf/2008/5/20/news-48061769/detail.html
gelten schon als Majestätsbeleidigung. Dabei wird neben seinen unbestreitbaren Erfolgen auch Negatives zurückbleiben, sein Umgang mit Bürgerinitiativen, Tricksereien mit 60er-Beschlüssen, Günstlingswirtschaft (bei der Besetzung von Amtsleiterstellen) u.a.m.

Wie geht es weiter ? Bis zu den Sommerferien hat der Ältestenrat der Stadt Stillstand verordnet. Keine Anträge und Anfragen in der nächsten Ratssitzung. Offenbar sind Verwaltung und Mehrheitsfraktionen und die in Erwins Schatten verbliebene Dezernentenriege kopf- und ratlos.
Derzeit strahlen allein die zahlreichen Baustellen und der zur Drupa strömende Verkehr Dynamik in Düsseldorf aus. Höchste Zeit, dass sich die SPD auf ihre Stärken besinnt, Karin Kortmann mit großer Geschlossenheit zur OB-Kandidatin kürt und dann das tut, was notwendig ist: Düsseldorf von der liebenswerten Stadt (manchmal ist er ja niedlich, unser 1. Bürgermeister Elbers) zur sozialen und klimafreundlichen Stadt weiterentwickeln. Den Mittelstand stärken, die Familienfreundlichkeit erhöhen, die Stadtteilzentren entwickeln und das Potential der Stadtteile zur Geltung kommen lassen, eine vernünftige Verkehrsplanung entwickeln, kurz gesagt: endlich eine Stadtentwicklung auf den Weg bringen, die diesen Namen verdient.