Mittwoch, 4. Februar 2009

Modestadt Düsseldorf - Was wird aus der CPD?

Seit Samstag wird in der Presse über das Thema Mode berichtet, ausgelöst durch die Messe CPD, die in der Berichterstattung aber nur eine Nebenrolle spielt. Im Vordergrund stehen Events, der Auftakt im Flughafen, eher spärlich geraten, würde man auf der „Weltweit größten Modemesse“ doch eher Heidi Klum und Karl Lagerfeld als Jürgen Vogel etc. als Prominenz erwarten. Auch die Vertreter der großen Bekleidungsfirmen glänzen lieber auf Veranstaltungen der Vogue als auf der Messe. Dazu würde ich gern aus zwei Sichtweisen Stellung nehmen, als Ratsmitglied und Mitglied des Ausschusses für Wirtschaftförderung, aber auch als Professor am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein, welcher in Westeuropa der größte seiner Art ist.
Seit neun Jahren besuche ich die CPD regelmäßig und muss leider deren Schrumpfen (trotz Zuwachs durch die Herrenmode) zur Kenntnis nehmen. Das Showroom-Problem schlägt durch. Eine echte Kooperation mit der Messe scheint nicht zu gelingen. Äußerungen der Showroom-Vertreter gehen eher in die Richtung „Wir brauchen die Messe nicht.“ Dazu zitiere ich gern einen Kollegen: Wenn das Trittbrett erst verschwunden ist, werden sich auch die Trittbrettfahrer wundern.
Für den Standort Düsseldorf ist das schädlich. Scheitert hier die CPD, also die IGEDO (und letztlich ist hier auch die Messegesellschaft Düsseldorf gefordert), so wird Düsseldorf als Modemetropole gefährdet sein. Als politische Wirtschaftsförderer kann uns das nicht kalt lassen. Die Wirtschaftsförderung sollte sich einbringen.
Für die Modeschulen in Düsseldorf und Mönchengladbach aber auch für unseren Fachbereich an der Hochschule Niederrhein war die Messe Ort für Werbung und Information. Man konnte sich einbringen, Kontakt knüpfen und pflegen, Studierende konnte sich informieren und produzieren. (Modeschauen am Montag und Design-Wettbewerbe zeigen das Letzteres auch heute noch geht.) Die anderen Aspekte schrumpfen aber mit der Messe.
Was ist zu tun? Die Messe kann die freien Kapazitäten nicht mit Chinesen und anderen Asiaten auffüllen und alte Konzepte nur in leicht modifizierter Art (Themenbereiche) weiterführen. Wo sind neue Themen, wie Funktionskleidung, Smart Textiles oder Green Fashion ?
Wo finden Fortbildung und Diskussion statt? Nur bei einem Vortrag der Unternehmensberatung Fuchslocher?
Ich meine, Diskussionsforen, Weiterbildung (z.B. zu den Themen Existenzgründung, Supply Chain Management, eBusiness, Multichannel Retailing) sollte angeboten werden. Hier können verschiedene Partner eingebunden werden: Die kommunale Wirtschaftsförderung, HWK und IHK und letztlich auch die „Wissenschaft“, unser Fachbereich beispielsweise, werden sich nicht verweigern.

Warum werden die neuen Medien so wenig genutzt. Jeder Student nutzt heute Videotelefonie per Skype. Da wird es doch möglich sein, in einer realen Messehalle virtuelle Welten zu präsentieren, Online – Videoübertragung aus den Showrooms, Videokonferenzen mit den dort agierenden „Bekleidungsschwergewichten“. Aktivierende Kommunikationsmöglichkeiten nutzen! Kreatives Potenzial, das in Düsseldorf reichlich vorhanden ist, kann hierfür genutzt werden, technisch und gestalterisch mit inhaltlichem Mehrwert für die Messebesucher.